223 Mastrant - Grundlegende Richtlinien zur Verankerung mit synthetischen Seilen
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Grundlegende Richtlinien zur Verankerung mit synthetischen Seilen

Beim Entwurf eines „Verankerungssystems“ (Verankerungsseil mit Endstücken, Kupplungen und Seilklemmen) müssen folgende Faktoren in Betracht gezogen werden:

  1. Die Stabilität des Systems hängt von der Stabilität seines schwächsten Gliedes ab. Aus diesem Grund ist es nicht effektiv, ein 50kN starkes Seil mit einem Spannhalter von 5kN zu verwenden.
  2. Sogar das beste synthetische Seil ist elastisch – beim Abspannen dehnt es sich aus. Bei der Planung des Masts und seiner Verankerung (ebenso bei der Befestigung der Antennenteile), muss man diese Eigenschaft in Betracht ziehen und stets berücksichtigen, wie die Dehnung des Verankerungssystems die gesamte Konstruktion beeinflusst. In Einzelfällen muss ein stärkeres Seil benutzt werden (mit geringerer absoluter Dehnbarkeit), im Gegensatz zu Konstruktionen, die durch eine Verlängerung der Verankerung nicht negativ beeinträchtigt werden. Probleme entstehen vor allem dann, wenn sich der Bodenverankerungspunkt zu nah an der Mastbasis befindet bzw. unter Einsatz eines Gittermasts mit geringer Flexibilität.
  3. Das Seil muss außer Reichweite von scharfen Kanten sein. Es muss also mit einer Kausche befestigt oder an eine Kupplung mit sehr glatter Oberfläche gebunden werden. Achtung: Ungeeignete Metallmaterialien können korrodieren und ihre Oberfläche raut auf. Sie sollten niemals Seile an Betonsäulen oder Steinelement festbinden! Wenn Sie Stein, Fels oder eine Betonsäule als Bodenverankerungspunkt verwenden wollen, empfehlen wir den Einsatz einer Stahlseilschlaufe, die mithilfe einer glatten Kupplung am Abspannseil befestigt werden kann.
  4. Die größte Gefahr für Seile besteht bei Reibung mit Objekten, die sich in seiner Bahn befinden (z.B. Äste, Steine, Gebäudeteile...). Sogar abgespannte Seile bewegen sich im Wind, was zur Abnutzung des Seils führen kann. Besonders gefährlich ist Reibung an Ästen (Seil–Ast–Reibung). Diese bewegen sich unter Windeinfluss oft relativ stark und wenn das Seil an Ästen scheuert, ist die Wahrscheinlichkeit ernsthafter Beschädigung innerhalb weniger Tage extrem hoch. Wenn Sie Bäume zur Befestigung von Antennen benutzten, empfehlen wir den Einsatz von Stahlseilen in Biegepositionen über Ästen und die Verankerung des Stahlseils mithilfe von Seilrollen.
  5. Der untere Teil des Verankerungssystems sollte aus 2–4 m langen Stahlseilen bestehen um sicher zu stellen, dass das synthetische Seil nicht von Tieren „angeknabbert“ oder (absichtlich oder unabsichtlich) von Menschen beschädigt wird.

Der Abschluss des Seils ist eines der wichtigsten Sicherheitselemente.

  1. Abspannseile können am Ende mit einer Kausche zur dauer-haften Abspannung versehen werden. Oder sie werden direkt am Objekt angebunden.
  2. Wenn das Seil am Objekt angebunden wird, sollte sichergestellt sein, dass sich das Seil nicht bewegt oder scheuert. Besser ist es natürlich wenn das Seil zuerst an einem Schäkel oder Karabinerhaken befestigt wird. Und dieser wird dann im Befestigungspunkt des Mastes eingehängt.
  3. Auf jede Kausche muss natürlich eine Seilklemme folgen. Wir empfehlen Duplex-Seilklemmen oder einfache Seilklemmen mit Pressbacken. Hinter der Seilklemme sollte natürlich das offene Ende des Seiles durch ein weiteres Sicherungselement befestigt werden. Entweder durch eine weitere Klemme oder durch eine sogenannte Ankerbindung. Zu guter letzt sollte das offene Ende gegen Aufdrehen mit einem Kabelbinder gesichert werden.
     
     
  4. Andere Möglichkeit ist die Verwendung von Crimp-Terminals. Das ist nur an einem Ende des Seils praktisch - ansonsten ist es nicht möglich, die Länge einzustellen. Wir verkaufen sie als "Seil mit Kausche" - hier.
     
  5. Abgespannte Seile verändern unter Last ihren Durchmesser, sie werden dünner. Deswegen sollten alle Klemmen nach einiger Zeit nachgezogen werden.
  6. Vorsicht vor den klassischen „bull-dog grips“. Diese Seilklemmen sind speziell für Stahlseile entwickelt worden. Wenn sie zu stark angezogen werden, können Sie das Kunststoffseil abschneiden. Wir empfehlen Ihnen unter keinen Umständen diese Seilklemmen als erste Klemme zu verwenden. Lediglich als zweite Sicher-heitsklemme könnten sie verwendet werden.
  7. Wir würden vorschlagen spezielle Abspannhalter zu verwenden. Leider sind sie relativ teuer. Aber sie bieten viele Vorteile und schonen das Seil. Durch spezielle Klemmbacken halten Sie das Seil, auch wenn es unter Zug dünner wird. Außerdem ist ein Nachspannen ohne weiteres möglich.
     

Häufig gemachte Fehler durch die Unfälle entste-hen:

  • Der Abspannpunkt ist zu nahe am Mast und dadurch ist der Abspannwinkel kleiner 45°.
  • Die Seilklemmen wurden nach dem Aufstellen des Mastes nicht nachgezogen!
  • Hinter den Seilklemmen wurde keine zweite Klemme zur Sicherheit angebracht.
  • Es wurde keine Seilkausche verwendet sondern das Seil wurde direkt am Mast angebunden.
  • Das Seil wurde durch ein Tier oder einen Menschen beschädigt (angeknabbert, bzw. durchgeschnitten).
  • Verwendung eines ungeeigneten Seil mit hoher Dehnung.
    guying with wrong rope

Nachrichten

  • Camouflage ropes 2. 8. 2018

    We started production of "Camouflage look" of two sizes of Mastrant-P – called Mastrant-C. It is targeted for customers who need "invisible" guying in specific environment. The main color is tan with brown “dots”. They are available in sizes "3+" (3.5 mm, 9/64") and "6" (6.2 mm, 1/4"). 

     
  • New size of "P" rope: 3.5mm (9/64") 30. 7. 2018

    We started production of new size of rope Mastrant-P which fills the gap between "size 3" (diameter 2.6 mm) and "size 4" (diameter 4.4 mm). It is "size 3+" and has diameter 3.5 mm (9/64"). Breaking strength is 300 daN (about 300 kg or 660 lb.).  
  • Strength of P4 and P5 26. 4. 2018

    We are updating the ratings for Breaking Strength and Safe Working Load for our most popular rope, 4mm and 5mm Mastrant-P. We began improving the construction of this rope in our production process more than 6 years ago and have been testing samples from each run. We are now satisfied that the changes have resulted in consistent, permanent improvements. Here are the new ratings:
    Mastrant-P, 4 mm: BS=440 daN (about 440 kg, 970 lb.), SWL=132 daN (about 132 kg, 290 lb.)
    Mastrant-P, 5 mm: BS=540 daN (about 540 kg, 1190 lb.), SWL=162 daN (about 162 kg, 360 lb.)

     
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